Wirtschaft

Anm. d. Verfassers:
Wir beleuchten hier in gebotener Kürze den großen Themenkreis „Wirtschaft“ aus der „politischen“ Sicht; das heißt freilich nicht aus parteipolitischer, aber auch nicht aus wissenschaftlicher Perspektive, weil letztere zwar die Grundlage für unsere hier wiedergegebenen Positionen herstellt, wir Ihnen aber unsere Sicht auf das trockene Thema etwas aufbereitet präsentieren wollten. Über die weitverzweigte Verankerung der dargelegten Positionen in der Literatur geben wir gerne direkt Auskunft; im vorliegenden Fall scheint uns das zielführender, als eine endlose und doch nie vollständige Literaturliste.

Einleitung

Der brillante Egon Friedell schreibt in seiner „Kulturgeschichte der Neuzeit“:
„Den untersten Rang in der Hierarchie der menschlichen Betätigungen nimmt das Wirtschaftsleben ein, worunter alles zu begreifen ist, was der Befriedigung der materiellen Bedürfnisse dient.“
Den untersten Rang?
Dem können oder gar müssen wir durchaus zustimmen, insbesondere deswegen, weil die Beschäftigung mit materiellen Dingen und „dem schnöden Mammon“ weithin für minderwertig gehalten wird. Es galt und gilt ja in bildungsbürgerlichen Kreisen als unfein, von Geld auch nur zu reden. Anders als in Nordamerika ist es bekanntlich in „Good Old Europe“ auch unhöflich, in Gesellschaft Vermögensverhältnisse zu thematisieren oder gar danach zu fragen, „wieviel“ der Gesprächspartner „im Jahr macht“.
Andererseits wissen wir alle, welche dominante Rolle in Wahrheit das Materielle in unserem privaten, familiären, beruflichen und gesellschaftlichen Leben spielen kann und oft uneingestandenerweise spielt. Für die meisten Menschen ist etwa Freundschaft ein hehrer Wert, und dennoch sagt uns ein Sprichwort, dass „sich beim Geld die Freundschaft aufhört“. (Gefragt: „Borgst Du mir einen Tausender?“ witzelte einst der Kabarettist Fritz Grünbaum auf gut Wienerisch zurück: „Weißt was, sind wir lieber gleich bös'!“)
Die mit Mitgliedspflicht ausgestatte Standesvertretung der Wirtschaftstreibenden wirbt bekanntlich mit den Slogans „Wirtschaft sind wir alle“ und „Geht’s der Wirtschaft gut, geht’s uns allen gut.“ Gerade der zweite Satz stößt häufig auf empörten Widerspruch. Eines steht fest: sollte der erste Satz stimmen, dann stimmt jedenfalls auch der zweite.
Was sagt die Bürgerinitiative Österreich zu dieser Thematik?
Wir leiten nachstehend die Positionen der BIÖ zu diesem umfassenden „materialistischen“ Thema in möglichster Kürze ab und stellen sie jeweils in zusammenfassenden Ergebnissen dar.

1. Begriffe

Dem Begriff „Wirtschaft“ wird je nach Kontext und je nach eigenem Standpunkt verschiedener Inhalt beigemessen. Auch eine Vielzahl anderer Begriffe aus der Welt der materiellen Güter werden kontrovers verstanden und heftigst diskutiert. Bei gleichartigen Vorgängen sprechen die einen zum Beispiel von Profitgier, die anderen loben die Wohlstandsvermehrung, die dem Wirtschaften zugeordnet wird. Zur Streitkultur gehört nun aber einmal zuerst das exakte Definieren der behandelten Begriffsinhalte. Diesem Prinzip unterwerfen wir uns nachstehend auch, und zwar mit der Bitte um Nachsicht an jene, die das für überflüssig halten.
Klar und unbestritten ist zunächst, dass man unter „Wirtschaft“ eine Einzahl (Betrieb, Haushalt) oder Mehrzahl von materiell agierenden Subjekten versteht (etwa „die steirische Fischereiwirtschaft“), oder auch deren Gesamtheit innerhalb einer Region, Nation oder noch umfassenderen Einheit (etwa „die österreichische Volkswirtschaft“). „Ökonomie“, vergleichbar mit unserem Begriff „Haushalt“, wird bekanntlich oft dazu synonym verwendet, leicht veraltet für den einzelnen Betrieb (insbesondere in der Forstwirtschaft), jedenfalls aber für die Mehrzahl von agierenden Wirtschaftssubjekten.
Ökonomie ist außerdem auch die Bezeichnung der Wissenschaft vom Wirtschaften. Ökonomie wird auf den einzelnen Betrieb als Betriebswirtschaftslehre oder Mikrookonomie angewendet, als Volkswirtschaftslehre oder Nationalökonomie (auch Politische Ökonomie) auf die Wirtschaft der Staaten oder ähnlicher Gebilde.
Ebenso unbestritten ist für uns, dass die Betätigung des „Wirtschaftens“, des „Haushaltens“, die Ausübung einer grundlegenden Fertigkeit im einzelnen menschlichen Leben und auch im Zusammenleben ist, ohne die (nicht nur menschliches) Leben undenkbar ist.
Zumindest ansatzweise kennen wir auch in der Biologie „haushaltende“ Tiere, die nämlich Vorräte anlegen. Es ist dem Fortschritt der Evolution zu danken, dass Individuen in offenbarer Vorstellung von dem, was „Zukunft“ ist, einzeln oder in der Gruppe für erwartete zukünftige Bedürfnisse Vorsorge treffen. Auch das ist Wirtschaften.

2. Was also ist Wirtschaften?

Was ist der Kern des Wirtschaftens, und was die Essenz für die Beurteilung des Gelingens oder Misslingens dieser Betätigung?
Menschen haben Bedürfnisse. Die Güter zu deren Befriedigung sind aber fast immer knapp. Die Abneigung gegen „die Wirtschaft“ ist oft nichts anderes als das Nichtwahrhabenwollen der Tatsache, dass Güter knapp sind oder das uneingestandene Wunschdenken, das Geld möge wie im Schlaraffenland aus dem Bankomat kommen und der Strom aus der Steckdose.
Wir sehen in der Tätigkeit jeder Wirtschaft (d.i. jeden Wirtschaftens) ein zielgerichtetes oder zweckbestimmtes Handeln, haben es also zum einen mit einem Ziel zu tun, letztlich dem der Befriedigung von subjektiv erlebten Bedürfnissen, zum anderen mit den Mitteln, die zur Erreichung des Ziels dem (den) Handelnden tauglich erscheinen. Die eigentliche Tätigkeit des Wirtschaftens setzt erst dort ein, wo der Zweck schon definiert ist und hat sich folglich mit den Maßnahmen und Mitteln zu beschäftigen (also nicht mit dem vorher definierten Zweck).
Diese zuletzt erwähnte und uns wesentliche Erkenntnis müssen wir verinnerlichen, wenn über Wirtschaft Meinungsverschiedenheiten bestehen, denn nicht selten verschiebt sich unversehens die Argumentation in den vorgelagerten Bereich des Zwecks oder Ziels, während es doch „nur“ um geeignetes Einsetzen von Mitteln (Handlungen und Güter) zu dessen Erreichen geht.
Wirtschaften kann freilich als negativ erlebt werden, wenn das Bedürfnis, dessen Befriedigung es dient, als unerwünscht angesehen wird, wie zum Beispiel die Herstellung von und der Handel mit Rauschgiften. Es ist aber eben das Ziel, das hier abgelehnt wird.
Wir befinden uns also mit „Wirtschaft“ außerhalb jedes Wertekatalogs, der leicht Gegenstand heftiger Auseinandersetzungen sein könnte. Kontroversiell, aber für die Position der BIÖ zutreffend formuliert:
Wirtschaft(en) ist wertfrei!
Dabei darf freilich nicht übersehen werden, dass wir es mit einem fortdauernden Prozess zu tun haben, sodass innerhalb einer größeren Aufgabe weitere Detailziele dem Mitteleinsatz folgen, und diesen neuen Zielen wieder weitere Mittel. Dadurch mag scheinbar „Wirtschaft“ nicht ideologiefrei sein, scheinbar einem Bezugsrahmen unterliegen und scheinbar einer Diskussion über Werte zugänglich, wenn im Zuge eines Projekts Teilziele zu definieren sind.
In Wahrheit kann im Bereich des Wirtschaftens nur über einzusetzende Mittel (einschließlich menschlicher Fähigkeiten) gesprochen werden, und damit über naturwissenschaftliche und technologische Zusammenhänge, über die sich die wirtschaftenden Subjekte sinnvollerweise (subjektiv ausreichend) Entscheidungsgrundlagen verschaffen werden.

3. Wirtschaft, Vernunft und Moral

Handeln die Marktteilnehmer vernunftgemäß, also rational?
Von einer solchen Annahme ging die Ökonomie lange Zeit aus und postulierte für ihr Modelldenken das Modell des „Homo oeconomicus“, der seine Entscheidungen ausschließlich auf rationaler Grundlage trifft. Dieses Modell wurde allerdings zwischenzeitlich durch Experimente und Beobachtung als zu theoretische Fiktion weitgehend verworfen.
Handeln die Marktteilnehmer moralisch?
Wir haben dargestellt, dass das wirtschaftliche Handeln unternommen wird, um ein vordefiniertes Ziel zu erreichen. Diese Zielfindung haben wir vom Handeln gedanklich getrennt. Sie ist subjektiv definiert. Daher können auch objektiv unvernünftig erscheinende Ziele und unmoralische Ziele Gegenstand der angestrebten Zielerreichung sein. Das Verfolgen solcher Ziele macht Wirtschaft per se keineswegs unmoralisch oder irrational.
Unmoral, wie etwa „Profitgier“ wohnt daher nicht immanent dem Wirtschaften inne, sondern resultiert aus dem vordefinierten Ziel des Wirtschaftens. Die Zielfindung ist keine ökonomische, sondern vielleicht eine philosophische, vielleicht eine psychologische, vielleicht eine soziologische Problemstellung, vielleicht von all dem etwas, aber nicht Gegenstand der Ökonomie!
Nicht einmal Spekulation, das wollen wir auch ausdrücklich als unseren Standpunkt erklären, ist als Verfolgung eines unmoralischen Ziels zu verstehen. Jedes, aber auch jedes Wirtschaften hat einen Zukunftsbezug. Alles, was sich in der uns immer unbekannten Zukunft ereignen wird, kann daher nur über Vermutungen begriffen werden, auf die wir unsere Handlungen dann abstellen.
Überspitzt aber zutreffend können wir daher formulieren: jedes Wirtschaften ist definitionsgemäß Spekulation.

Erstes Ergebnis:

Wirtschaft ist immer wertfrei und immer mit Spekulation verbunden

Wir können also festhalten, dass wir Wirtschaften als das wertfreie, technologiebestimmte Handeln auf ein vorher definiertes materielles Ziel hin verstehen. Dieses Handeln besteht im Einsatz von menschlichen und materiellen Ressourcen, und das Gelingen des Handelns wird am Erreichen des vordefinierten Ziels gemessen.
Vernunft oder Moral sind keine Kategorien des Wirtschaftens, sondern der vorgelagerten Zielbestimmung. Jedes Wirtschaften muss sich mit unsicheren Zukunftserwartungen befassen und ist daher immer spekulativ.

4. Wirtschaftsformen

Zwei grundsätzlich verschiedene Möglichkeiten des Mitteleinsatzes sind denkbar. Diese beiden Methoden sind streng voneinander zu unterscheiden und das Bestehen von Mischformen ist - wie noch auszuführen sein wird - logisch nicht denkbar.
Es sind dies der Kapitalismus und die Planwirtschaft.
Diese beiden Wirtschaftsformen begegnen uns, wohl ideologiebedingt, auch mit anderen Bezeichnungen. Da es den Lehren des Marxismus ein Anliegen war, den Begriff „Kapitalismus“ negativ zu belegen, ist für den gleichen Begriffsinhalt das Wort „Marktwirtschaft“ üblich geworden. Andererseits ist die als „Planwirtschaft“ bekannte Wirtschaftsform dem System des Sozialismus zu Eigen, sodass bei diesem Begriffsinhalt auch von marxistischer, kommunistischer oder sozialistischer Wirtschaft oder auch von Zentralverwaltungswirtschaft die Rede ist. (Wer hier den Schritt von „sozialistisch“ zu „sozialdemokratisch“ vermisst, den dürfen wir hinsichtlich des Demokratieaspekts auf später vertrösten.)
Die grundlegenden Unterschiede der beiden Arten, zu wirtschaften, sind leicht kurz zu fassen.
Im Kapitalismus (wir werden in der Folge den Begriff „Marktwirtschaft“ verwenden) ist persönliches Eigentum an den Gütern, dem Kapital, essentiell. Eigentum an einer Sache, hier an einem (Wirtschafts-) Gut, bedeutet die uneingeschränkte Verfügungsmacht über diese Sache. In der sozialistischen Wirtschaft (wir werden von „Planwirtschaft“ sprechen) ist das individuelle Eigentum an (Produktions-) Mitteln hingegen ausgeschlossen.
In der Marktwirtschaft setzt das einzelne Wirtschaftssubjekt nach Festlegung seines Ziels die ihm dafür geeigneten Mittel, die in seiner alleinigen Verfügungsmacht stehen, in freier Wahl ein und setzt sich dem Wettbewerb mit den anderen Wirtschaftssubjekten aus, die die gleichen Interessen verfolgen. In der Planwirtschaft werden dagegen die Ziele zumeist kollektiv definiert und die Mittel zu deren Erreichen durch Sachverständige aus dem Allgemeingut ausgewählt und eingesetzt.
Wenn der Leser nun zu Recht meint, diese Grundlagen seien ihm schon bekannt gewesen, so wollen wir die Konsequenzen der völlig unterschiedlichen Grundlagen kurz erörtern. Dazu ist es notwendig, dass wir uns dem zentralen Begriff jeder Wirtschaft zuwenden, dem Markt.

5. Markt und Wettbewerb

Markt ist jenes Ereignis in der Zeit (nicht der Ort), bei dem, unter Wettbewerbsbedingungen innerhalb jeder Seite, Angebot auf Nachfrage trifft.
Wir wollen nun nicht so weit gehen, diese selbstverständlichen Begriffe Angebot und Nachfrage an dieser Stelle auch näher auf ihren Inhalt zu untersuchen, obwohl die wirtschaftswissenschaftlichen Vorstellungen hier auch eine altgediente Fülle von Basiswissen in jedem Grundlagenlehrbuch bereitstellen, z.B. je nachdem, ob ein, zwei, wenige oder sehr viele Anbieter auf einen, zwei, wenige oder sehr viele Nachfrager treffen und je nachdem, wie die jeweilige Bereitschaft (anzubieten oder nachzufragen) beschaffen ist, nämlich elastisch oder starr; die Einführungsvorlesungen in Ökonomie wimmeln nur so von geistreichen Beispielen, wie etwa die starre Nachfrage des Dürstenden in der Wüste nach dem (für viele vermeintlichen Nichtgut) Wasser, und man fühlt sich als Student, wie wenn man den Inselwitz Nummer 999 vor sich hätte. Nichtgut im Übrigen (und eben nur vermeintlich!) deswegen, weil eine Sache, die (scheinbar) allgemein jedem verfügbar ist, kein Gut ist, da es ja im guten Wiener Kaffeehaus gratis neben den Großen Braunen gestellt wird. (Es soll allerdings Gastwirte geben, die auch Leitungswasser nur gegen Bezahlung auftischen.)
Die bloße Vorsorge für die Zukunft ist, solange nur ein Wirtschaftssubjekt involviert ist, nicht auf Markt angewiesen. Hier genügt die Anlegung des Vorrats.
Soll aber der Austausch von Gütern erfolgen, dann geht das nur durch Markt, denn selbst nur ein Anbieter, der nur einem Nachfrager gegenübersteht, ist wie sein Kontrahent der Naturgesetzlichkeit des Marktes unterworfen. Die beiden haben bestimmte Vorstellungen und es nimmt vielleicht zuerst ein kontinuierlicher Prozessablauf seinen Ausgang, bei dem die jeweilige (verschieden elastische) Kontrahierungsbereitschaft1 variiert, bis es zum Kontrakt kompatibler Konditionen kommt, oder eben nicht kommt. Das mag nun wieder recht trocken klingen, aber wenn der geneigte Leser kurz die Augen schließt und jenen Urlaub in Erinnerung ruft, bei dem er im Basar oder Suk um ein Souvenir gefeilscht hat, von dem er heute nicht einmal mehr weiß, in welcher Lade es vergraben ist, weiß er dann schon, was gemeint ist, wenn er diesen Absatz nochmals zu lesen beginnen sollte. Und er weiß auch, dass das Ereignis Markt ein solitärer Vorgang ist, falls er das einmal begehrte Stück heute so gering schätzt, dass er nicht einmal mehr wüsste, wo er es finden könnte, wenn er es suchen wollte.
Woran der Leser bei Markt denken wird und was wohl auch die augenfälligste Marktform ist, das ist freilich jene, in der eine Vielzahl von Anbietern auf eine Vielzahl von Nachfragern trifft.
Was geschieht nun mit denjenigen, welche eine der beiden Wirtschaftsformen Marktwirtschaft oder aber Planwirtschaft ausüben wollen, wenn sich der Markt ereignet?
Beiden widerfährt das Gleiche!
So wie die Schwerkraft dem Gerechten und dem Sünder den Dachziegel auf den Kopf fallen lässt, so müssen sich auch die Sozialingenieure der Planwirtschaft genauso den (naturgesetzähnlichen) Marktkräften ausliefern, wie die kapitalistischen Marktwirtschaftler. In beiden Fällen seien Wunder natürlich beiseitegelassen. (Höhere Gewalt kann manches außer Kraft setzen und heißt im Englischen treffender Act Of God, treffender, weil ein Eingriff des Staates und nicht des Allmächtigen zwar Gewalt ist, aber eigentlich nicht von höherer sondern eher von niedriger Art...)
Auch in der Zentralverwaltung durch die Planwirtschaft trifft Angebot auf Nachfrage. Die Begeisterung (und Nachfrageelastizität) der Bürger der ehemaligen DDR hielt sich aber zuverlässigen Berichten zufolge in Grenzen, wenn sie auf das Ergebnis des geplanten statt individuell bereitgestellten Angebots im Einheitskaufhaus Konsum oder Centrum trafen. (Kriege ich in diesem Stockwerk keine Hemden?- Nein, in diesem Stockwerk gibt's nur keine Hosen; keine Hemden gibt's ein Stockwerk höher.)

Zweites Ergebnis:

Die Gesetze des Markts können nicht außer Kraft gesetzt werden

Halten wir also fest:
Wirtschaft manifestiert sich (wenn nicht durch Anlegen von Vorräten) durch Tauschvorgänge, bei denen das Ereignis Markt, das Aufeinandertreffen von Angebot und Nachfrage, einheitlichen Gesetzen unterworfen ist, deren Charakter geradezu den Naturgesetzlichkeiten gleichkommt. Diese Gesetze können zwar scheinbar durch staatliche oder selbstregulierende2 Eingriffe bis zur Unkenntlichkeit verändert, nicht aber außer Kraft gesetzt werden.
Sowohl innerhalb der Anbieter als auch innerhalb der Nachfrager herrscht, sobald es sich um zumindest zwei Akteure innerhalb der jeweiligen Gruppe handelt, Wettbewerb als eine entscheidende Triebfeder des funktionierenden Marktes. Die Wirkung des ungestörten Wettbewerbs kann nicht hoch genug eingeschätzt werden.

6. Interventionen

Dazu ergänzend: nur der sogenannte Tunnelblick hindert uns manchmal daran, die Marktkräfte auch dann zu sehen, wenn das Marktereignis durch äußere Einflüsse verzerrt wurde. Das geschieht zumeist durch einseitige Regulierungen, Förderungen und ähnliche den Wettbewerb verzerrende oder behindernde Aktivitäten. Wenn durch Intervention (staatliche Eingriffe) Gastwirte tabakrauchende Gäste nicht mehr bewirten dürfen, dann werden Wirte zu Obleuten in (scheinbar) geschlossenen Clubs der Freunde der Nicotiana, wo man gediegene Mahlzeiten einnehmen kann und durch bloße Unterschrift beim Eintritt Mitglied wird (der übliche Preis fürs Gedeck ist der Mitgliedsbeitrag für den laufenden Monat; Austritt jederzeit möglich, aber warum sollte jemand austreten wollen? Ein nächster Beitrag erst beim nächstem Besuch fällig! Die Gründung der „Raucherclubs“ in Basel etwa waren ein praktisches Beispiel dafür.)
Merke: jeder, wirklich jeder, staatliche Eingriff in das Marktgeschehen zieht weitere staatliche Eingriffe nach sich, wenn das ursprüngliche staatliche Ziel vermeintlich erreicht werden soll. „Vermeintlich“ deswegen, weil der Eingriff nicht wunschgemäß wirkt oder sein Ziel jedenfalls nicht ohne unerwünschte Nebenwirkungen erreicht wird. (Über Wirkungen und ... fragen Sie Ihre BIÖ!) Auch dieser Umstand ist für uns ein Grund für unser Motto:
„Weniger Staat!“

Für unser obiges Beispiel kurz gesagt: derartige Clubs wird der Staat wohl bald gesetzlich verbieten. Sie dürfen mit uns nachdenken, welchen neuen Weg aber Angebot und Nachfrage suchen werden, um einander zu begegnen und dem unbeugsamen Gesetz des Marktes gerecht zu werden, wenn das Verbot wirksam wurde. (Der charmante ehemalige Wirt und ehemalige Obmann hat zum Beispiel jetzt einen überraschend großen Freundeskreis und wird immer wieder in seiner Privatwohnung regelmäßig besucht. Da bewirtet er seine rauchenden Freunde und freut sich über deren diskret hinterlassene Haushaltsbeiträge.)
Daher zur Klarstellung: nicht nur die Markt-wirtschaft, sondern auch die Planwirtschaft, ist dem Markt unterworfen. Die Beifügung frei bedeutet in diesem Zusammenhang nur den armseligen Hinweis darauf, dass ein bestimmter Markt (wenigstens halbwegs) frei von Eingriffen bleibt, die - wie wir oben gesehen haben - die Gesetze des Marktes keineswegs außer Kraft setzen können.

7. Gibt es gemischte Wirtschaftsformen?

Nun müssen wir endlich die Erklärung liefern, wieso wir der Überzeugung sind, dass man die Prinzipien Marktwirtschaft und Planwirtschaft nicht mischen kann.
Der geneigte Leser dürfte diese Meinung teilen, der nicht geneigte wird sich damit aber ohnehin nie abfinden. Dieser letzten Tatsache stellen wir uns aber gelassen, denn wir können nur Information aufbereiten und bereitstellen; die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen, obliegt – wie überall – dem Empfänger. (Lapidar formuliert: Man kann das edle Ross zur Tränke führen; saufen muss es selber.)
Eine eindeutige aber für viele nicht nachvollziehbare Tatsache ist es nämlich, dass Marktwirtschaft nur dann diese Bezeichnung verdient, wenn ausdrücklich keine externen Interventionen stattfinden.
Extern ist jeder Eingriff in das Marktgeschehen, der nicht von den Marktteilnehmern selbst vorgenommen wird. In dem Augenblick, da der Staat (wer sonst übt heutzutage solche Zwangsgewalt aus?) interveniert, versucht er, die Marktkräfte nach seinem Gutdünken zu lenken. Da er aber - wie oben dargestellt - die Gesetze des Marktes nicht außer Kraft setzen kann, wird der Markt kaum diesem staatlichen Gutdünken Folge leisten (würde er, dann wäre der Eingriff ex definitione kein solcher). Vielmehr handeln die Marktteilnehmer nach ihrem eigenen Gutdünken, weil sie besser zu wissen glauben, was gut für sie ist. Auswege stellen sich folglich rasch ein. Weitere externe Interventionsversuche sind danach die unausbleibliche Konsequenz. Wird einmal an einem Rädchen gedreht, folgt unweigerlich der Bedarf nach weiteren „Justierungen“ an anderen.
Wir befinden uns ab dem ersten staatlichen Machtwort in einer Abfolge externer Regulierungen, deren Ende nicht abzusehen ist, es wäre denn, sie würden alle uno actu aufgehoben. Daher befinden wir uns schon beim ersten Eingriff im sozialistischen System der Planung der Wirtschaft durch die Einflussnahme nicht am Marktgeschehen direkt beteiligter Funktionäre auf vorher autonome Marktteilnehmer.
Daher: „Weniger Staat!“

8. Wieso halten wir die Methode Marktwirtschaft für zieltauglich, die Methode Planwirtschaft aber nicht?

Die absolute Überlegenheit der Marktwirtschaft gegenüber der Planwirtschaft beruht auf dem demokratischen Prinzip.
So paradox es bei näherer Betrachtung erscheint, tatsächlich ist die (sozialistische) Planwirtschaft die undemokratische Marktform, die (kapitalistische) Marktwirtschaft aber die demokratische. Die Erklärung dafür ist einfach.
In der Planwirtschaft bestimmen nicht die Nachfrager, das sind, als letztes Glied in der Nachfragekette, die Konsumenten, was erzeugt wird, sondern Funktionäre legen es fest. Letztere planen ohne das Risiko, die von ihnen eingesetzten Werte zu verlieren, weil man nicht verlieren kann, was einem gar nicht gehört, und sie planen ohne nachträgliches Wissen über den bestehenden (oder eigentlich: gewesenen) Bedarf.
In der Marktwirtschaft dagegen setzen die Anbieter ihren Einsatz aufs Spiel und wissen aus dem Marktgeschehen, welcher Nachfrage sie gegenüberstanden. Unter anderem danach können sie ihre weiteren Zukunftserwartungen ausrichten.
Die Nachfrage wird in der Marktwirtschaft nicht durch den Plan von Funktionären dargestellt, sondern durch die demokratische Abstimmung der Konsumenten in Gestalt einer Vielzahl von Nachfragern.
In der Marktwirtschaft setzen die Marktteilnehmer in ihrer Verfügungsmacht stehende Güter in autonomer Entscheidung zur Zielerreichung ein, in der Planwirtschaft bestimmen Funktionsträger der Allgemeinheit, auf welche Weise und welche Mittel dazu einzusetzen sind.

9. Ist die Marktwirtschaft sozial?

Kann es überhaupt eine „soziale“ Marktwirtschaft geben und inwiefern unterscheidet sie sich von der „bloßen“ Marktwirtschaft?
Unser Standpunkt wird Sie vielleicht überraschen oder gar provozieren:
Jede Marktwirtschaft ist nicht nur frei, jede Marktwirtschaft ist auch sozial. Sie kann gar nicht anders als sozial sein. Das „sozial“ ist in unserer Auffassung bloß ein schmückendes Beiwort, wie „frei“.
Wie kommen wir zu dieser auf den ersten Blick ungewöhnlichen Position?
Sozial verhält sich ein Gemeinwesen, wenn der Mensch und die Befriedigung seiner Bedürfnisse im Fokus der Zielvorstellungen stehen.
Nur im System der Marktwirtschaft wird letztlich auf Dauer hergestellt und angeboten, was die demokratische Wahl der Konsumenten als tauglich zur Befriedigung der Bedürfnisse bestimmt und nicht etwa das, was die Funktionäre oder Politiker dafür halten. Jeder Anbieter hat sich der geballten Macht der Nachfragenden zu beugen und ihr zu dienen. Nur dann hat er nämlich Aussicht auf den eigenen Fortbestand, der wohl oberste Maxime seiner Zielfindung sein wird, wenn er es nicht mit Absicht auf Selbstvernichtung angelegt haben sollte.
Das bedeutet freilich nicht, dass allein durch marktwirtschaftliches Geschehen schon dafür gesorgt wäre, dass auch die materiellen Bedürfnisse jener Menschen gedeckt werden könnten, die nicht ohne fremdes Zutun, nicht aus eigener Kraft, erwerben können. Es bedeutet aber sehr wohl, dass Menschen, die das durchaus können, nicht systematisch durch das Wirtschaftssystem dazu erzogen werden, ohne Eigenverantwortung und Selbstvorsorge auszukommen, allein dadurch dass sie die hohlen Hände in den Schoß legen, in Erwartung der Segnungen aus dem staatlichen Füllhorn, das aus der Steuerlast der Wirtschaftenden gespeist wird.
Mit diesen Überlegungen sollte klargeworden sein, dass auf längere Sicht - wie in der Politik die Wähler - am Markt die Konsumenten genau das bekommen, was sie gewählt haben: in der Politik die Politiker, die sie „verdienen“, am Markt die Produkte oder Dienstleistungen, die sie „verdienen“. Nichts wäre einfacher für den „abstimmenden“ Konsumenten, als etwa eine von „Intellektuellen“ zumeist geächtete, aber weltweit (an der Einwohnerzahl gemessen) zu den stärksten, erfolgreichsten und auch einflussreichsten Medien zählende Tageszeitung eben nicht zu kaufen.

Drittes Ergebnis:

Nur die (kapitalistische) Marktwirtschaft ist immer sozial und demokratisch, verliert aber diese Eigenschaften durch die erste externe Intervention und wird zur (sozialistischen) Planwirtschaft.

Mischformen zwischen Marktwirtschaft und Planwirtschaft sind nur scheinbar solche, weil jede staatliche Intervention bereits eine Einschränkung der definitionsgemäß freien Verfügung der Marktteilnehmer über ihr Eigentum ist. Die Konsequenz dieser strengen Unterscheidung ist es, dass durch jede erste externe Intervention aus der kapitalistischen eine sozialistische Wirtschaft wird.
Die Überlegenheit der Marktwirtschaft beruht auf dem demokratischen Prinzip der Entscheidungsfindung durch Abstimmungsverhalten, in diesem Fall durch die „Stimmen“ der Anbieter und der Nachfrager, in ihrer Ernsthaftigkeit zusätzlich abgesichert durch das Risiko, dass die eingesetzten Mittel teilweise oder ganz verloren gehen könnten. Weder das demokratische Prinzip noch die konsequente Ernsthaftigkeit durch Risiko sind in der Planwirtschaft gegeben, wo Funktionäre des Staates in fremdes Eigentum eingreifen.
Marktwirtschaft ist immer auch sozial, weil nur in dieser die Konsumenten ihre Macht unverfälscht und unverkürzt ausüben können, sodass die Anbieter, wollen sie nicht beschädigt werden oder gar untergehen, am Markt gehorsamste Diener der demokratischen Entscheidungsfindung der Konsumenten sein müssen.

10. Kapital, Profit und Zins

Das juristische Institut „Eigentum“ ermöglicht es, Kapital zu bilden und zu vermehren.
Nur so ist unserer festen Meinung nach das Interesse der Wirtschaftenden am Wirtschaften gewährleistet. Wäre ein Überschuss des Kapitals am Ende eines Wirtschaftsaktes gegenüber dem zu Anfang eingesetzten nicht ein mögliches Ziel, dann würde auch der wesentlichste Anreiz des Wirtschaftens wegfallen.
Zwar ist scheinbar die bloße Befriedigung des Konsumbedürfnisses immer wieder als ausreichende Motivation für den Vorgang hingestellt worden. Es ist aber eine bei genauer Betrachtung einleuchtende Tatsache, dass ein Tauschvorgang am Markt nur dann stattfindet, wenn - wohlgemerkt! - beide Tauschpartner im Zeitpunkt des Abschlusses (zumindest vermeintlich) einen Vorteil aus dem Tausch ziehen. Ob sie das wollen oder nicht, frei handelnde Kontrahenten werden nur dann handelseins, wenn sie - subjektiv, also jeder für sich selbst - aus dem erworbenen Gut oder der sonstigen Leistung mehr Gewinn (Profit!) zu ziehen hoffen, als aus dem jeweils hingegebenen. Wir haben es mit dem Handeln unter Unsicherheit (allgemein: hinsichtlich der Zukunft) zu tun. Jeder der beiden sieht in genau dem Augenblick des Zustandekommens für sich einen (vermeintlichen, erhofften, erwarteten) Vorteil.
Wirtschaften geht also gar nicht ohne Profit!
Auch die nur einseitig, also ohne Kontrahenten betriebene Vorratswirtschaft zielt auf Gewinn ab, nämlich auf den, der aus dem Zeitfaktor resultiert, auf die Bereitstellung von verfügbaren Verbrauchsgütern zu einem späteren Zeitpunkt. Auch hier gilt: ohne Profit kein Wirtschaften, denn welchen Sinn hätte sonst der heutige Verzicht auf Konsum, wenn nicht der Gewinn durch die Möglichkeit späteren Konsums in Aussicht stünde?
Dieser Zeitaspekt ist neben dem Eigentumsrecht die Basis für die Berechtigung des weithin verpönten „arbeitslosen Einkommens“.
Zins ist nämlich der Preis für die Bereitstellung von Kapital an andere für einen bestimmten Zeitraum, nach dessen Ablauf es aber wieder verfügbar wird. Nur wenn vorher erworbenes Kapital behalten werden darf, nur wenn ein beim Wirtschaften erzielter Kapitalüberschuss diesem Kapital zugeschlagen werden darf, nur wenn mit diesem gesamten Kapital der Regel des uneingeschränkten Eigentums entsprechend beliebig (auch über den eigenen Tod hinaus) verfahren werden darf, und nur wenn der vorübergehende freiwillige Verzicht auf die Verfügungsmacht mit Zins vergütet wird, nur dann wird Wirtschaft sinnvoll.
Wer das Eigentumsrecht am Kapital einschränkt, der schränkt auch den Anreiz zu wirtschaften ein.
Wenn das uneingeschränkte Eigentumsrecht nicht gewährleistet ist, dann fehlt dieser Anreiz.

11. Geld und Inflation

Obwohl immer wieder versucht wird, Tauschvorgänge ohne Einsatz von Geld zu realisieren, so ist doch offensichtlich geworden, dass Geld am besten die Rolle des in der Regel benötigten Zwischenträgers bei den sich am Markt abspielenden Tauschvorgängen spielt.
Die Entwicklung und Beschreibung des Geldwesens füllt erwartungsgemäß ganze Bibliotheken ökonomischer Literatur. Wir können uns aber zur Entwicklung unserer Position in diesem Problemkreis darauf beschränken, dem Istzustand einen erwünschten Sollzustand gegenüberzustellen.
Im bestehenden System wird Geld durch Zentralbanken und Banken der übrigen Wirtschaft zur Verfügung gestellt. Die Geldausgabe erfolgt also durch Institute, die vom Staat mehr oder weniger unabhängig sind oder sein sollten. Wer auch immer Einfluss auf ihre Maßnahmen nehmen mag, Tatsache ist, dass diese Institute Geld autonom „aus dem Nichts“ schaffen und in die übrige Wirtschaft fließen lassen können, ohne dass diesem neuen Geld immer auch neue Güter gegenüberstünden.
Nach einer vorherrschenden Lehre bedarf es zur Aufrechterhaltung der Dynamik der Wirtschaft des ständigen Zuflusses von Geld. Diese Aufblähung der Geldmenge ist „Inflation“ in der ursprünglichen Bedeutung. Sie hat zur Folge, dass bei gleichgebliebenem oder jedenfalls nicht im gleichen Ausmaß gestiegenem Güter- und Dienstleistungsangebot die nominellen Preise steigen müssen. Diese Preissteigerung wird bekanntlich, den Tatsachenzusammenhang verkürzend, meist ebenfalls als Inflation bezeichnet. Wir halten wegen des unweigerlich auf die Inflation folgenden Geldwertschwundes nichts von dieser Lehre.
Die Preissteigerungen, im Allgemeinen anhand eines Warenkorbs gemessen, führen ihrerseits zum Verlangen nach weiteren Lohn- und Preissteigerungen. Die im Warenkorb enthaltenen Güter und Leistungen unterliegen allerdings einer in der Statistik als notwendig erachteten ständigen Anpassung, sodass der Manipulation des verlautbarten Index Vorschub geleistet ist. Unser Standpunkt ist die Forderung nach einer transparenten und allgemein zugänglichen Darstellung der Berechnung des Verbraucherpreisindex, sodass im Denken der Wirtschaftssubjekte das Bewusstsein für die tatsächlichen Folgen der „Geldschöpfung aus dem Nichts“ manifester werden können.
Der von uns erwünschte Zustand ist daher ein solcher, bei dem die Zentralbanken und die Banken nicht (mehr oder minder) nach Belieben Geld drucken oder auf Bankkonten zur Verfügung stellen dürfen, um sich oder den Staat dadurch auf Kosten der anderen Wirtschaftsteilnehmer fast unbemerkt zu bereichern oder, was heutzutage eher zutrifft, ihn teilweise zu entschulden. (Das Ideal der Vorstellung wäre die Bindung der Geldmenge an Gold, weil die weltweit insgesamt zur Verfügung stehende Goldmenge verhältnismäßig konstant ist.)

Viertes Ergebnis:

Wirtschaften ohne uneingeschränktes Eigentum an den Gütern ist nicht möglich
In der typischen Planwirtschaft gibt es kein Eigentum, keinen Profit und keinen echten Zins. Auf diese Weise sind wesentliche Prinzipien des Wirtschaftens ausgeschaltet, und es fehlt jedes Interesse an einer Teilnahme am wirtschaftlichen Geschehen.
Es ist unsere klare Position, dass Wirtschaften nicht nur ohne Gewinn nicht gedacht werden kann, weil kein Tauschvorgang (kein „Geschäft“) ohne beiderseitigen Gewinn zustande kommt. Es muss vielmehr auch das uneingeschränkte Eigentumsrecht aufrechterhalten werden, wenn Wirtschaften Sinn machen soll. Mit dieser Forderung ist auch die Forderung nach der Unabdingbarkeit von Zins und Vererbung verbunden.
Zur Sicherung des unangegriffenen Eigentums gehört aber nach unserer festen Überzeugung auch die Wertbeständigkeit des Geldes. Durch die unserer Auffassung nach unzulässige Geldvermehrung seitens der Zentralbanken und der Bankinstitute durch frisch gedrucktes oder auf Konten bereitgestelltes Buchgeld wird die Kaufkraft des Kapitals unmerklich oder merkbar beschädigt und werden die Kapitaleigentümer schleichend oder galoppierend enteignet, was eine besonders perfide Art des Eingriffs in das Eigentumsrecht darstellt.


Zusammenfassung unserer Positionen

Hier finden Sie unsere Standpunkte in Kurzfassung mit der Anregung, deren Ableitung oben vielleicht nochmals nachzuvollziehen.

  • Wirtschaften ist das technologiebestimmte Handeln auf ein vorher definiertes materielles Ziel hin, nämlich die Befriedigung von subjektiven Bedürfnissen angesichts knapper Güter.
  • Dieses Handeln besteht im Einsatz von menschlichen und materiellen Ressourcen, und das Gelingen des Handelns wird am Erreichen des vordefinierten Ziels gemessen.
  • Wirtschaft ist, anders als die vorher bestimmten Ziele, immer wertfrei und wegen des immanenten Bezuges auf die unsichere Zukunft immer mit „Spekulation“ verbunden.
  • Vernunft oder Moral sind keine Kategorien des Wirtschaftens, sondern der vorgelagerten Zielbestimmung.
  • Die Gesetze des Marktes können nicht außer Kraft gesetzt werden.
  • Die Marktwirtschaft verliert ihre definierende Eigenschaft bereits durch die erste externe Intervention und wird zur Planwirtschaft.
  • Marktwirtschaft ist deswegen immer sozial, weil definitionsgemäß der Mensch und seine Bedürfnisse in ihrem Fokus stehen, und immer demokratisch, weil nur in der Marktwirtschaft die Macht des Konsumenten unverfälscht und unverkürzt ausgeübt werden kann. Die Anbieter müssen, wenn sie am Markt und im Wettbewerb bestehen wollen, gehorsamste Diener der demokratischen Entscheidungsfindung der Konsumenten sein.
  • Wirtschaften ohne uneingeschränktes Eigentumsrecht führt zwingend zur Fehlallokation von Ressourcen, damit zu Bindung von Kapital und letztendlich nicht nur zu dessen Vernichtung sondern auch zu jener von Wohlstand.

Weniger Staat!

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