Die Presse: Lachnummer

Die Presse Herr Professor Taschner, auf seinem Gebiet zweifellos höchst verdienstvoll und erfolgreich, wagt sich jüngst in der "Presse" in die Gefilde der Kirche, nämlich der Sonntagsheiligung und der sündigen "Krämer"-seelen. Er schreibt "quer":

Herr Richard Lugner mag es für sein Grundrecht auf freie Erwerbstätigkeit halten, dass er an „besonders nachfrageintensiven“ Sonntagen seinen Laden aufsperren und die Angestellten zur Sonntagsarbeit zwingen möchte – an die vorgeschützte Freiwilligkeit glaubt bestenfalls eine naive Frohnatur. Und Josef Urschitz mag dem famosen Krämer mit dem auf Gewerkschaft und Wirtschaftskammer gemünzten Wort von „Rollladen-Fetischisten“ tapfer zur Seite stehen.

Nun mag ja Taschners Grundhaltung vielen Katholiken sehr sympathisch sein und die von Herrn Lugner nicht; dem Schreiber dieser Zeilen geht es ähnlich. Aber gibt es wirklich soviele regelmäßige Kirchgänger, sodass Zwang zur Unterlassung der Sonntagspflicht ausgeübt werden müsste, wenn die "Krämer" Verkaufspersonal beschäftigen wollten?

Es stört uns ausserdem ein bisschen, dass bei diesem Ausflug eines Spitzenmathematikers in die Wirtschaft auch ausgerechnet der excellente Josef Urschitz apostrophiert wird, der in der gleichen Ausgabe der "Presse" einen ganz hervorragenden Artikel zur geplanten Wiedereinführung der Vermögensteuer abliefert: "Fiskalpolitische Lachnummer mit Tücken."

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