NZZ: Gesetze des Staates und Gesetze des Marktes

NZZ52 Lastwagen waren nötig, um Waren im Wert von umgerechnet 175 Millionen Euro abzutransportieren. Es handelte sich dabei, wie aus São Paulo berichtet wird (NZZ, 9.5.01; S.2, leider nur in der Papierausgabe) um illegale Fälschungen von CDs und DVDs, Kleidern, Taschen, Uhren, Parfums, Zigaretten und Computersoftware. In einer der größten je realisierten Razzien beschlagnahmte ein Heer von Beamten über 10 Millionen illegale Produkte!

"An Samstagen ist an der Rua 25 de Março und allen vergleichbaren Orten des Landes kein Durchkommen mehr. Die florierende Wirtschaft hat in Brasilien Millionen neuer Konsumenten hervorgebracht. ... Laut einer Studie erwarben im vergangenen Jahr über 70 Millionen Brasilianer, also mehr als ein Drittel der Bevölkerung, gefälschte Waren. 2006 waren es noch 56 Millionen. Der grösste Teil der Käufer stammt aus der wachsenden unteren Mittelschicht des Landes", schreibt der Berichterstatter der NZZ.

Dass die Rua 25 de Março "bereits eine Woche später wieder zum Bersten voll" war, ist im Lichte der Umstände wenig überraschend und zeigt uns, dass die Gesetze des Staates die des Marktes nicht nachhaltig aushebeln können.

Sollte allen zu denken geben, die im Grunde Gleiches derzeit mit Griechenland probieren...

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