Jugend und Bildung

Die Presse Die Presse brachte vor Kurzem zum Thema Bildung zwei Artikel, die ein beängstigendes Bild der Bildung und Erziehung in unserem Land abgeben.

Die Polizei in Vorarlberg beklagt die Rechtschreib- Grammatik- und Mathematikdefizite der Bewerber um einen Eintritt in den Polizeidienst (Vorarlberg: VHS-Nachhilfekurse für Polizeibewerber). Im Schnitt fallen 90% der Bewerber wegen dieser Defizite bei der Aufnahmsprüfung durch. Die Volkshochschule beginnt, in Kursen die Bewerber auf die Aufnahmeprüfung vorzubereiten. Dies kann schon als gute Nachricht gewertet werden, als gelernter Österreicher hätte man eher die Herabsetzung der Aufnahmekriterien erwartet. Vielleicht ticken die Uhren unter Alemannen noch etwas konservativer. Das eigentliche Problem liegt jedoch tiefer: Die Schulen sind nicht mehr in der Lage, der Mehrzahl der Schüler die für einen Einstieg in einen durchschnittlich anspruchsvollen Beruf notwendigen Grundkenntnisse zu vermitteln.

Eine partielle Erklärung gibt ebenfalls unter dem Thema Bildung ein Kinderpsychologe, der ein düsteres Bild über die Psyche und Erziehung unserer Schüler zeichnet (Psychiater: "Die moderne Pädagogik ist ein Luxus"), partiell wohl deswegen, weil das evidente völlige Versagen unseres Bildungssystems, der pädagogischen Wissenschaften und der Familienpolitik monokausal nicht mehr erklärbar ist. Die Kernaussage dieses Beitrages besteht in der These, die Strukturdiskussion im Bildungssystem sei völlig irrelevant, es wäre „vielmehr das verhaltenspädagogische Know-how der Lehrer um entwicklungspsychologisches Wissen zu erweitern“. Allerdings werden auch besser ausgebildete und ausgewählte Lehrer die Defizite aus der Erziehung der Kinder in den Familien nicht ersetzen können, und dies nicht weil die Familien unfähig dazu wären, sondern hauptsächlich weil es keine funktionierenden mehr gibt. Es wird also wohl auch die Familienpolitik zu überdenken sein bevor es keine Kinder mehr gibt, was das Problem der Bildung und Erziehung einfach lösen würde, aber schwerwiegendere aufwirft.
Lesen sie hiezu unser Positionspapier Jugend und Bildung.

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