FA erhebt Bürgerzufriedenheit

Die österreichische Finanzverwaltung führt derzeit eine elektronische Umfrage über die Zufriedenheit der Bürger (und auch der Steuerberater) mit der Behörde und deren Mitarbeitern durch.

Da heißt es:

"Ihre Meinung ist uns wichtig! Die Finanzverwaltung möchte ihre Leistungen und Servicequalität ständig weiter verbessern. Das Bundesministerium für Finanzen führt derzeit eine österreichweite Kundinnen- und Kundenbefragung durch. Haben Sie bereits teilgenommen? Wenn nicht, dann nutzen Sie diese einmalige Gelegenheit und nehmen Sie sich ca. 10 bis 12 Minuten Zeit, um Ihre Meinung über die Leistungen und Servicequalität der österreichischen Finanzämter mitzuteilen."

Wir "Steuerknechte" werden als Kunden angesprochen und Kundenfreundlichkeit wird also groß geschrieben; wo und wie wir allerdings als normale Bürger teilnehmen könnten, die nicht per E-Mail ausdrücklich dazu aufgefordert werden, konnten wir übrigens nicht eruieren.

Die Praxis der Steuerverwaltung sieht jedenfalls, bei allen anerkannten Bemühungen, anders aus, weil die Steuergesetze der "Finanz" und damit uns "Kunden" Härte auferlegen. Der Süßholzgeschmack scheint verlockend, aber die steuerlichen Früchte sind sauer und bitter.

Hier ein Beispiel.

Was ist beim Einsatz von Registrierkassen zu beachten?

Auf diese scheinbar harmlose Frage gibt die Kassenrichtlinie 2012 ("KRL 2012"), ein Erlass des Finanzministeriums vom 28.12.2011, ausführlich Auskunft. So ausführlich, dass immerhin 22 Schreibmaschinenseiten gefüllt werden. Wundern Sie sich mit uns.

Die neue Richtlinie berücksichtigt die aktuelle datentechnische Entwicklung der Kassen im Einzelhandel. Die verschiedenen Kassentypen werden näher erörtert. Für Kassen vom "Typ 2" (einfache, konventionelle elektronische Registrierkassen) gilt zum Beispiel das Folgende.
(Auszug aus dem Erlass:)

5.1. Dokumentationsgrundlagen und deren Bestandteile - Allgemeines

Der Dokumentation dienen Ausdrucke und Daten. Zum Zweck der Prüfbarkeit sollen diese folgende Mindestangaben enthalten.

5.1.1. Ausdrucke:

Alle üblicherweise als Ausdrucke erzeugten Unterlagen sollen als Ausdrucke im Original vorgelegt werden.

Tagesendsummenbons (Z-Bons, Z-Abschläge) bei Kassen vom Typ 2

Die äußere Gestaltung des Tagesendsummenbons liegt grundsätzlich beim Steuerpflichtigen.

Als Dokumentationsgrundlage der Tageseinnahmen soll der Z-Bon folgende Inhalte aufweisen:

Name des Unternehmers oder Firmenkennung
Datum und die Uhrzeit der Erstellung
Anzahl der Speichernullstellungen (so genannte "Z-Bon-Nummer")
Anzahl der insgesamt verkauften Artikel, Produkte oder der Teilleistungen, die an die Kunden ausgefolgt/verabreicht wurden
Gesamtanzahl der Kundenabrechnungen
Gesamttagesumsatz
Umsätze nach Steuersätzen
nicht im Tagesumsatz enthaltene Übungsumsätze (Trainingsumsätze)
Aufteilung der Erlöse auf die Finanzarten (Zahlungsarten, unbare Umsätze, wie Kreditkarten-, Bankomatumsätze)
Aufteilung der Erlöse auf die Kassierer / Bediener einschließlich Bekanntgabe der nicht im Tagesumsatz enthaltenen Übungsumsätze (Trainingsumsätze)
durchgeführte Nach-Stornobuchungen, Preisnachlässe, Retouren, Minusumsätze, durch welche der Tagesumsatz gemindert wurde
Nullumsätze (Bezug von Gratisware)
gesonderter Ausweis von Gutschein- bzw. Bonverkauf

zusätzlich bei Kassen mit Bargeldlade:

rechnerischer Bargeldbestand / Kredit / andere geldwerte Bestände in Schublade
Anzahl der Nur-Schubladenöffnungen
Barentnahmen und Bareinlagen

GT-Speicherstände (Numerator) bei Kassen vom Typ 2

Die Form der Dokumentation der Stände der (des) Umsatzsummenspeicher/s, liegt grundsätzlich beim Steuerpflichtigen.
Wenn mehrere Umsatzsummenspeicherstände geführt werden (etwa für unterschiedliche Zeiträume), sollen alle im Ausdruck ausgewiesen werden.

Eine Rückstellung des als Numerator geführten Gesamtsummenspeichers soll (wenn überhaupt) nur einmal je Abrechnungszeitraum (Wirtschaftsjahr) erfolgen."

Der Erlass richtet sich (außer an Finanzbeamte) vor allem an jene "Kunden", die Einzelhandel betreiben.

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