Böser Beton - guter Beton

Seit einiger Zeit gibt es in der Wiener Stadtregierung bekanntlich auch die Farbe Grün.

Star 22 Zielgebiet U2; Bild: wien.gv.at

Was hat das bisher der Stadt und vor allem den Bewohnern gebracht? Wir dürfen neue Dienstposten bezahlen (Fahrradbeauftragter), es ist einiges teurer geworden (Einzelfahrscheine, Parkscheine gar um 67 %), ach ja, die Jahreskarte wurde verbilligt. Teurer wurden Energie, Wasser, Müllabfuhr, um nur einge Beispiele zu nennen. In Radiospots (oder -spott?) wurde uns erzählt, dass das die Lebensqualität in Wien hebe. Nun ist mir neu, dass exorbitante Preiserhöhungen irgendeine Qualität heben, ich glaube nicht, dass teurere TV-Geräte ein besseres Programm böten, teureres Benzin zu verbesserten Fahreigenschaften führen würde, oder höhere Mieten die Qualität einer Wohnung wesentlich heben. Aber Wien ist ja bekanntlich anders.

Andererseits sind uns die Grünen die versprochene Wahlrechtsreform nach wie vor schuldig, da zählt man offenbar auf die Vergesslichkeit des Wählers, welche leider ja schon mehrfach unter Beweis gestellt wurde.
Aber für mich besonders auffällig ist die Untätigkeit der Grünen bei der hemmunglosen Verbauung der Stadt. Besonders in den Bezirken 21 und 22 hat man das Gefühl, es wird jedes noch so versteckte Fleckchen freier Grund verbaut. Wohnbauten, Bürobauten schießen ungehemmt ins Kraut, die Bauten rücken immer mehr aneinander, zum Ausgleich versucht man, krampfhaft in den verbliebenen Flächen ein paar Quadratmeter Wiese zu pflanzen, die umgehend zum Hundeklo mutieren. Dazwischen noch ein Bäumchen, und wieder fehlen einige Parkplätze.
Meistens geht es hier nicht um leistbare Wohnungen für junge Familien, sondern um "Anlegerobjekte", die rot/grüne Regierung ist hier quasi der Steigbügelhalter für die bösen Kapitalisten, eigentlich eine lustige Situation, wenn es für die Bewohner nicht so traurig wäre.

Neuer Radweg auf Wiens Gürtel, 6. Bezirk
Foto: wien.gv.at

Gerade die Grünen, die früher beim Neubau jeder Hundehütte auf die Barrikaden stiegen, sehen nun tatenlos der Verbauung der Stadt zu - sehr eigenartig. Aber offensichtlich gibt es guten Beton (der von Grün sanktionierte) und den bösen Beton (falls wo ein paar Meter verbaut werden, die den Zahlern = Autofahrern zugute kommen würden)
Nur zufrieden zu sein, wenn wieder ein paar Meter Radweg irgendwo aufgepinselt werden, wodurch Rad- und Autofahrer gleich gefährdet werden, scheint mir etwas zu wenig.
Ist das Zubetonieren einer Stadt plötzlich gut, wenn die Grünen sie mitbeschlossen haben?
Es scheint, dass die Grünen mit den Sitzen in der Stadtregierung ihre Ziele erreicht haben, und damit alles andere, wie zum Beispiel ihre Basisdemokratie, als obsolet betrachten. Grün scheinen sie nur mehr hinter den Ohren zu sein. Ob das ihre Wähler wollten?
Sollte ich mit meiner Meinung unrecht haben, bitte ich um Gegenargumente.
LG, Kurt22.

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