»Wie man mit Fundamentalisten diskutiert...«

Manchmal begegnen wir im Internet, aber nicht nur dort, Menschen, die scheinbar die Weisheit mit dem Löffel gefressen haben und sich jeglicher Argumentation völlig verschließen, ja mehr noch: auf diese nicht im geringsten eingehen. Solch stures Verhalten kann einen zur Verzweiflung treiben. Die besten Argumente und elegantesten Beweise fruchten nichts, die Gegenseite erweist sich als völlig immun dagegen. Damit man darüber nicht wirklich verzweifelt hat Hubert Schleichert ein Buch geschrieben, das heute im Blogger- und Poster-Zeitalter aktueller ist denn je, obwohl es gar nicht auf das Internet eingeht. Es heißt »Wie man mit Fundamentalisten diskutiert, ohne den Verstand zu verlieren« und gibt eine genaue Analyse, wie man Fundamentalisten erkennt und vor allem wie man mit solchen umgeht. Darüber hinaus ist das Buch amüsant geschrieben. Eine Pflichtlektüre für jeden, der schon mal mit Trollen zu tun gehabt hat. Im oder außerhalb des Internets.

Im Untertitel heißt das Buch noch »oder Anleitung zum subversiven Denken«, und in seiner Prägnanz ätzt der Autor tatsächlich zur Erheiterung des Lesers mit Vergnügen erfolgreich an manchen scheinbar eisernen Prinzipien.

»Dies (neben seiner stilistischen Brillanz) war«, schreibt der Autor, ein 1935 geborener Wiener Philosoph mit akademischem Lebenslauf über subversives Argumentieren, »das Geheimnis der Wirksamkeit Voltaires: Er berichtet stets genau und korrekt - gerade deshalb wirken seine oft so abstrusen, lächerlichen, entsetzlichen, beschämenden Geschichten so subversiv: Sie sind böswillig, aber nicht erfunden, nicht verfälscht.«

»Subversives Argumentieren« und »Subversives Lachen« heißen denn auch zwei der zehn ausführlichen Kapitel.

Versorgen Sie sich vergnüglich mit dem Wissen, das die anderen acht Kapitel über das Argumentieren und Diskutieren Ihnen zur Verfügung stellen werden.

Wer eine Fleißaufgabe drauflegen will, könnte sich noch den TaschenGuide »Manipulationstechniken« von Edmüller und Wilhelm (Haufe Verlagsgruppe) zu Gemüte führen. Nicht so ausführlich und nicht (in positivem Sinne) wissensbeladen, aber kurz, prägnant, praxisbezogen und mit vielen Beispielen kommt dieser »Führer« daher, nicht dem Buch von Schleichert ebenbürtig, aber durchaus eine sinnvolle Ergänzung dazu.

BIÖ/c;lv

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