Easy Money

Warum wir das vom Bankensystem erzeugte, durch nichts gedeckte "easy money" haben, behalten und sogar lieben, obwohl der Nobelpreisträger Friedrich August v. Hayek schon 1976 dringlich die Abkehr von diesem staatsmonopolistischen Papiergeld gefordert hat, also eine "Entnationalisierung des Geldes", zumal davon, so v.Hayek, nicht weniger als das Überleben unserer Zivilisation abhängen könne.

(zitiert aus: Roland Baader, "Geldsozialisms", Resch-Verlag, 2010; Seite 20 f.; Interpunktionen etwas abgeändert und Absatzbildung und Hervorhebungen eingefügt)

Das Geldangebot kann sich in [der] Form des Banken-und Zentralbankensystems permanent erhöhen, ohne dass sich der volkswirtschaftliche "Reichtum" erhöht. Es wird, ganz im Gegenteil, damit der Boden für künftige Verarmung bereitet; außerdem wird der vorhandene Wohlstand umverteilt, hauptsächlich weg von den privaten Sparern und hin zum verschwenderischen Staat, und zu einer ausufernden Finanzindustrie. Aber der entstehende Scheinreichtum begeistert alle Beteiligten: Niemand will ehrliches Geld und alle wollen "easy money".

  • Die Politiker lieben das "easy money", weil sich der Staat und seine Machtelite damit beliebig verschulden kann, ohne jemals an eine Rückzahlung denken zu müssen. Ohne das Falschgeldsystem würden sie ihre Macht und ihre Pfründe verlieren.
  • Die Banken lieben das "easy money", weil sie damit viel mehr Geld zum Ausleihen haben und ihre Zinseinnahmen vervielfachen können.
  • Die Geschäftsleute lieben das "easy money", weil sie sich Kunden wünschen, die mit dem geliehenen Geld um sich werfen.
  • Die Bürger selber lieben das "easy money", weil sie sich damit Wünsche in der Gegenwart erfüllen können, für die sie eigentlich lange sparen müssten und weil sich ihre Immobilien-und Wertpapier-Vermögen damit inflationär aufblähen und ihnen das Gefühl des ständigen Reicherwerdens vermitteln.
  • Die Zentralbanken lieben das "easy money", weil sie damit Regulierungspotenz über die gesamte Volkswirtschaft gewinnen und das von ihnen kontrollierte Bankensystem ins Gigantische ausdehnen können.
  • Und die Ökonomen lieben das "easy money", weil sie seit Keynes daran glauben, dass man damit jede Konjunktur-und Wachstumsdelle zuschmieren könne und solle, und dass es zum fiat money keine vernünftige Alternative gebe.

    Die Liebe zum "easy money" ist nur ein anderer Ausdruck für eine amour fou mit der Inflation, auch wenn das nicht allen Beteiligten klar ist.

    Es ist eine verhängnisvolle Liebe, die mit Leid und Elend endet.

    Und: die Zins- und Preissteigerungsschraube hat sich schon zu drehen begonnen.

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