Die Presse: "270 Milliarden für Pleitekandidaten"

Die Presse

Josef Urschitz, der Wirtschaftsredakteur mit Durchblick der Tageszeitung "Die Presse", hat (zum wiederholten Male) in einem Artikel über die Schuldenkrise europäischer Staaten auf die leicht irreführende Defizitmessung in den üblichen Statistiken hingewiesen.

Das Defizit der Staaten (nicht der Volkswirtschaften!) wird für gewöhnlich in Prozent der Wirtschaftsleistung der Volkswirtschaft (nicht der Einnahmen des Staates!) angegeben. Das hat zwar für Fachleute durchaus Sinn, weil die Einnahmen eines Staates durch die mögliche Steuerlast auf die gegebene Wirtschaftsleistung bestimmt werden (können).

Aber Urschitz hält fest, dass das Bundesdefizit Österreichs eben den Überschuss der Ausgaben (70,8 Mrd. EUR) über die Einnahmen (57,8 Mrd. EUR) ausmacht und der Bund also satte 22,9 Prozent der Einnahmen Defizit gebaut hat! Das klingt allerdings etwas besorgniserregender, als die harmlos erscheinenden "4,7% des BIPs".

Urschitz frägt seine Leser und wir fragen Sie: "Können Sie jetzt noch ruhig schlafen?"
"Die Regierung offenbar schon."
schließt Urschitz seine Betrachtungen.

Quelle: Die Presse v. 5. Mai 2011, abgerufen 9. Mai 2011

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